Inhalt:

I. Chronik rechter Aktivitäten
II. NPD in Zwickau
III. »Freie Kräfte Zwickau«
IV. »The Last Resort Shop«
- Damals
- Heute
- Exkurs: Die Marke »Thor Steinar«
V. Rechtsrock: NSHC in Zwickau

IV. » The Last Resort Shop «

[update: 25.06.08]

Der bisher einzige Klamottenladen in Zwickau mit dem vollständigen „Thor Steinar“-Sortiment findet sich in der Kreisigstraße 5 – »The Last Resort Shop«; der Name ist offensichtlich Programm.

Damals
Ende der 90er Jahre wurde dieser vom Sänger, der aus dem rechtsextremen „Blood-and-Honour“-Umfeld stammenden Band „Westsachsengesocks“, Ralf „Manole“ Marschner eröffnet. Schon der Name des Geschäfts lässt Kenner der neonazistischen Musikszene aufhorchen; er ist eine Anlehnung an den bekannten Londoner Skinhead-Szeneladen „The Last Resort“, von dem aus der Kopf der neonazistischen Band „Skrewdriver“ Ian Stuart Donaldson 1981 seine Kampagne „Rock against Communism“ initiierte. Marschner hatte weiterhin Anteil an der Produktion und am Vertrieb der verbotenen Landser-CD „Ran an den Feind“ (Oktober 2000). Er musste sich deshalb am 15. November 2004 vor dem Dresdner Landgericht wegen Verbreitung von rechtsextremer Propaganda verantworten. Nach Streitigkeiten eröffnete er ein neues Klamottengeschäft („Heaven&Hell“), allerdings ohne den Verkauf offensichtlicher Nazimarken. Mit der an Hooligankreisen orientierten Klamottenmarke „Barstool Sports“ („Drink, Fuck & Fight“) unternahm der 36-Jährige seinen bisher letzten Versuch Konsumbedürfnisse in der Szene zu wecken.

Heute
Der »Last Resort Shop« wird mittlerweile seit mehreren Jahren von dem aus Greiz stammenden Marco Hampel geführt, während das Geschäft im Internet von Eric Lorenz geleitet wird. Für die in den rechten Hooligankreisen beliebten „Fight Club“1-Veranstaltungen machte das Geschäft wiederholt als Sponsor und Vorverkaufsstelle auf sich aufmerksam; so z.B. beim „Fight Club“ am 19.12.2004 in Chemnitz oder am 10.02.2007 in Gera. Aufgefallen ist Hampel durch mehrere Gerichtsverfahren aufgrund des Verkaufs verbotener Nazi-CDs, zuletzt am 12. Juni 2007 am Amtsgericht Zwickau. Danach ist es ruhig geworden um das Geschäft. Derzeit absolviert der 20-jährige Michael Schöbel seine Ausbildung im Laden; dieser wurde auch schon auf den Demonstrationen der »Nationalen Sozialisten« gesehen.

Die szeneinterne Bedeutung wurde deutlich, als sich am 15. Dezember 2007, dem von antifaschistischen Initiativen ausgerufenen bundesweiten „Thor Steinar-Aktionstag“, 120 Nazis nach kurzfristiger Mobilisierung zur „Verteidigung ihres Ladens“ in der Kreisigstraße einfanden; unter ihnen war auch Peter Klose von der NPD.

Exkurs: Die Marke » Thor Steinar «

Der Marke Thor Steinar wird von Antifa-Gruppen und in Zeitungsberichten vorgeworfen, eine „Designermarke von und für Rechte“ zu sein. Dies wird mit folgenden Argumenten begründet:

Die Inhaber und Mitarbeiter der Mediatex GmbH seien Mitglieder der Neonaziszene. Laut Berichten der taz soll ein Mitarbeiter des Brandenburger Verfassungsschutzes die Mitarbeit von „Rechtsextremisten“ in dem „engeren und weiteren Umfeld der Firma“ bestätigt haben. Der Geschäftsführer Uwe Meusel soll dies allerdings bestritten haben. Diese Vorwürfe wurden durch eine Pressemitteilung des Antifaschistischen Infoblatts untermauert. Dort wurde behauptet, ein ehemaliger Mitarbeiter von Thor Steinar, Udo Siegmund, auf den eine Zeitlang auch die Webseiten der Marke angemeldet waren, habe Kontakte zur militanten Neonazi-Szene in Schweden und habe ein Rechtsrock-Konzert der neonazistischen Organisation Nationalsocialistisk Front (NSF) besucht.

Auf einigen Kleidungsstücken von Thor Steinar werde Werbung für das schwedische Label „Ultima Thule“ gemacht.

Die Kombination der Runen im alten Logo wird auch in derselben Anordnung vom rechtsextremen Thule-Seminar als Logo verwendet.

Das alte Logo habe Ähnlichkeit mit dem Logo der neonazistischen „Kameradschaft Treptow“ gehabt, die auch in der Nähe des Firmensitzes aktiv sei.

Der Aufdruck „Division Thor Steinar“ sei in Anlehnung an den Namen des Generals der Waffen-SS Felix Steiner gewählt.

Der Aufdruck auf der Kapuzenjacke „No Inquisition“, der einen Adler, der einen Fisch in seinen Klauen hält, darstellt, sei eine neonazistisch geprägte Bildmarke, die sich die neonazistische Organisation „Die Artgemeinschaft – Germanische Glaubens-Gemeinschaft wesensgemäßer Lebensgestaltung e.V.“ im Januar 2003 durch ihren Vorsitzenden Jürgen Rieger als Bildmarke schützen lassen habe.

Die Betreiber des einzigen schwedischen Thor-Steinar-Shops in Huddinge bei Stockholm seien von der Neonazigruppe „Schwedische Widerstandsbewegung“. Ein Autor der Neonazizeitung „Nationellt Motstand“ würde dort arbeiten und die Zeitschrift verkaufen.

Quelle: wikipedia

  1. „Etwa 800 Gäste versammelten sich am 19.12.2004 im Chemnitzer Werk 4 bei einer Kampfsportveranstaltung unter dem Titel „Fight Club“: fast neunzig Prozent Angehörige der rechtsradikalen Szene. Schon die Werbung für die Veranstaltung deutete auf ein Event der Neonaziszene hin. In Anzeigen, auf Flyern und Plakaten, die für die Veranstaltung warben, posierte Enrico Malt, der schon als Organisator von Neonazikonzerten auftrat. Während der Veranstaltung „Fight Club“ in Chemnitz kam es zu rassistischen, antisemitischen und weiteren nazistischen Sprüchen.“ Quelle: FreibÄrger [zurück]