NPD verrechnet sich bei Wahl-Einspruch

Zwickau. Der Einspruch der rechtsextremen NPD gegen die Sitzverteilung im Zwickauer Stadtrat entpuppt sich als Luftblase. NPD-Spitzenkandidat Peter Klose hatte einen zweiten Sitz gefordert und vorgerechnet, dass die CDU diesen Sitz hergeben müsse. Nur hat sich Klose erstens verrechnet und zweitens übersehen, dass bislang alle Wahlergebnisse vorläufig sind. Die Einspruchsfrist, so Stadt-Sprecher Mathias Merz, beginne erst, wenn das Wahlergebnis amtlich festgestellt und veröffentlicht ist. Das soll nächste Woche geschehen. Bis dahin kann Klose noch einmal nachrechnen. Denn nicht seine simple Dreisatzrechnung, mit der er den Anspruch auf einen zweiten Sitz im Stadtrat begründet, ist die mathematische Grundlage für die Sitzverteilung, sondern das so genannte D‘Hondt-Verfahren. Die Gesamtstimmenzahl jeder Gruppierung wird nacheinander durch 1,2,3,4 … geteilt. Nach jeder Division erhält die Gruppierung mit dem höchsten Ergebnis einen Sitz. Das geht so lange, bis alle Sitze vergeben sind. (MBE)

Quelle:
Freie Presse/ Zwickauer Zeitung/ Donnerstag, 11.06.09/ Seite 11


1 Antwort auf „NPD verrechnet sich bei Wahl-Einspruch“


  1. 1 S punkt 14. Juni 2009 um 20:01 Uhr

    Also es stimmt schon dass das D‘Hondtsche Verfahren kleine Parteien benachteiligt. Deshalb wird es fast gar nicht mehr angewendet, nur bei manchen Kreistags- und Landtagswahlen. Für die Bundestagswahlen beispielsweise wird das Hare-Niemeyer-Verfahren angewendet. Dieses ist nicht so fehleranfällig. Dann hätte die NPD wohl auch ihren, leider aufgrund der Stimmenzahl verdienten, zweiten Platz im Stadtrat.

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