Vorfall am Ende eines friedlichen Fests

Zwickau. 400 junge Leute haben friedlich beim „Bleib rebellisch“-Festival am 1. Mai im Alten Gasometer gefeiert. Veranstalter waren der Verein „Roter Baum“ und der Alte Gasometer. Nach Konzertende, 2.06 Uhr, musste die Polizei doch noch gerufen werden. Gegen drei Unbekannte, die aus einem dunklen Pkw ausgestiegen und zwei Musiker angegriffen hatten, wird wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Laut Polizeisprecher Andreas Herzig waren es leichte Verletzungen (UPA)

Quelle:
Freie Presse/ Zwickauer Zeitung/ Montag, 04.05.09/ Seite 15

„Wir können nicht ganze Stadt überwachen“

Interview mit „Roter Baum“-Chef René Hahn: Im Großen und Ganzen zufrieden mit Veranstaltung „Stay Rebel“

Das erste Rebellenfest des Zwickauer Vereins „Roter Baum“ ist Geschichte. Am Freitag hatten die unter dem Motto „Stay Rebel“ angekündigten Vorträge und Bandauftritte 400 Besucher in den Alten Gasometer gezogen. Uta Pasler unterhielt sich mit Vorstandschef René Hahn, ob es gelungen ist, lautstarke Akzente gegen Rechtsextremismus zu setzen.

Freie Presse: Zufrieden?
René Hahn: Im Großen und Ganzen ja. Bis zum Abend verlief alles friedlich. Wir hatten durchaus damit gerechnet, dass Störenfriede kommen. Wir waren vorbereitet, wollten jegliche Konflikte vermeiden und haben deswegen auch drei Jugendliche, die uns vom „Freien Netz“ her bekannt sind, in ruhigem Ton wieder nach Hause geschickt. Als aber die letzte Band gegen 2 Uhr ihre Sachen einlud, rückte ein Auto an. Die Leute darin stiegen aus und gingen auf zwei der Musiker los. Die Polizei kam zum Glück sofort, und niemand wurde schwer verletzt.

Freie Presse: Hätte man das vermeiden können?
Hahn: Nicht wirklich. Das übersteigt die Aufgaben eines Veranstalters. Wir können nicht die komplette Stadt überwachen.

Freie Presse: Hätte man die Jugendlichen vom „Freien Netz“ nicht reinlassen sollen?
Hahn: Wir sind nicht für deren Aufklärung zuständig. Außerdem haben wir die Verantwortung für die Sicherheit unserer Gäste. Wir haben es ordentlich erklärt, es gab da auch überhaupt keinen Ärger.

Freie Presse: Im Vorfeld hieß es, dass Euch Bands, die mitmachen wollten, die Bude eingerannt sind. Wird es ein nächstes Festival geben?
Hahn: Sicher. Im Sommer vielleicht. Dieses Mal gab es Hardcore, Punk und Ska. Einige haben den Wunsch geäußert, auch mal Hiphop hören zu wollen.

Freie Presse: Es war Eure erste große Veranstaltung als Verein. Ein Kraftakt?
Hahn: Es war schon stressig, aber es hat auch dem Verein viel gebracht. Wir sind jetzt 50 Mitglieder, am Freitag ist eine komplette Fußballmannschaft bei uns eingetreten. Außerdem hatten wir den Alten Gasometer an unserer Seite. Parteien, Gewerkschaften und das Kommunalpolitische Forum Sachsen hatten uns unterstützt.

Freie Presse: Was planen die Rebellen jetzt?
Hahn: Wir wollen vor der Wahl eine Diskussionsrunde mit Zwickauer Politikern organisieren und sie zur Idee des Alternativen Jugendzentrums befragen. Das ist und bleibt unser großes Ziel.

Quelle:
Freie Presse/ Zwickauer Zeitung/ Montag, 04.05.09/ Seite 17


1 Antwort auf „Vorfall am Ende eines friedlichen Fests“


  1. 1 Billigflug 27. Mai 2009 um 13:03 Uhr

    Ich muss dazu sagen, das hätte überall passieren können. Da kann man niemanden die Schuld geben.
    Man könnte sich vielleicht fragen warum die Zuschauer überhaupt so nah an die Künstler kommen. Aber ich denke bei der Größe des Festivals wird sich voll auch der Bekanntheitsgrad der Bands in Grenzen halten. Und daher wurde auf grossartige Schutzmaßnahmen wohl verzichtet.

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