Nazis mobilisieren nur 120 Teilnehmer für Demo

Die Neonazis haben in Zwickau nur relativ wenige Anhänger mobilisieren können. Etwa 120 Rechtsextreme, die sich nationale Sozialisten nennen, marschierten am Nachmittag vom Bahnhof zum Hauptmarkt. Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort. Immer wieder skandierten die überwiegend schwarz gekleideten Marschierer die Parole „Nationaler Sozialismus jetzt!“. Das hatte die Stadt zwar verboten, das Verwaltungsgericht Chemnitz aber erlaubt.

Quelle: Lokalrundfunk

Demonstration verläuft unaufgeregt

Zwickau. Die Demonstration der Nationalen Sozialisten in Zwickau am Sonnabend ist weitgehend ohne Vorkommnisse abgelaufen, so Polizeisprecherin Annett Münster und Ordnungsamtsleiter Rainer Kallweit. Rund 200 Teilnehmer waren vom Bahnhof in die Innenstadt gezogen – flankiert von Anti-Nazi-Plakaten und einem Großaufgebot der Polizei. Erwin Killat, Sprecher des Demokratie-Bündnisses: „Die Unaufgeregtheit der Zwickauer war wohltuend.“ Das Bündnis hatte aufgerufen, die Demonstranten zu ignorieren. DGB-Chefin Sabine Zimmermann: „Zumindest waren deutlich weniger Menschen auf den Straßen als bei der Demo im Vorjahr.“ (kma/UPA)

Quelle: Freie Presse/ Zwickauer Zeitung/ Montag, 13.10.2008/ Seite 13


2 Antworten auf „Nazis mobilisieren nur 120 Teilnehmer für Demo“


  1. 1 streetsofeckersbach 14. Oktober 2008 um 10:46 Uhr

    Im zweiten Bericht waren es schon deutlich mehr. Ich hab das ganze von der Haupstraße bis zum Hauptmarkt bis Georgenplatz verfolgt! Das waren echt Viele. Auch die 200 halte ich für unrealistisch.

  2. 2 Klaus Wallmann sen. 23. Oktober 2008 um 12:06 Uhr

    Offener Brief an die Zwickauer Oberbürgermeisterin zum Nazi-Aufmarsch am 11.10.2008, vom Aktionsbündnis gegen Agenda 2010 und Sozialkahlschlag (Organisator der Zwickauer Montagsdemo und Teilnehmer des Zwickauer Bündnis für Demokratie und Toleranz)
    An die Oberbürgermeisterin
    Frau Dr. Pia Findeiß
    08009 Zwickau
    PF 20 09 33

    Offener Brief

    Sehr geehrte Frau Dr. Findeiß,

    mit Bestürzung und Unverständnis haben die Teilnehmer des „Aktionsbündnis gegen Agenda 2010 und Sozialkahlschlag“ Ihre Mitteilung zur Kenntnis genommen, daß Sie als Oberbürgermeisterin im Vorfeld des Nazi-Aufmarsches am 11.10.2008 von einem Verbot dieser „Veranstaltung“ absehen.

    Mit Bestürzung und Unverständnis haben die Teilnehmer des „Aktionsbündnis gegen Agenda 2010 und Sozialkahlschlag“ Ihre Mitteilung zur Kenntnis genommen, daß das Chemnitzer Verwaltungsgericht die faschistische Parole „Nationaler Sozialismus Jetzt!“, die vom Zwickauer Ordnungsamt seit Ende 2007 zu Recht regelmäßig verboten wurde, im Vorfeld der o.a. Nazidemo wieder erlaubt hat. Da wir bisher nichts Gegenteiliges gehört haben, gehen wir davon aus, daß Sie als Vertreterin der Stadt Zwickau dagegen ebenfalls nicht juristisch vorgehen wollen, und damit ihr Ordnungsamt im Regen stehen lassen.

    Objektiv bedeutet das, daß die Stadt Zwickau den Nazis die Straße für die Verbreitung ihrer Propaganda freigibt. Ohne Gegenwehr, so daß Herr Klose (MdL, NPD) in seinem Blog von einem „erfolgreichen Tag“ schreiben kann, „konnten wir … unter besten Bedingungen erneut durch Zwickaus Innenstadt laufen“.

    Damit können wir uns nicht abfinden und wir fordern Sie als Oberbürgermeisterin der Stadt Zwickau daher auf, die o.g. Parole erneut zu verbieten bzw. gegen das o.g. Urteil juristisch vorzugehen. Im Hinblick auf zukünftige Nazi-“Veranstaltungen“ fordern wir deren Verbot durch die Stadt Zwickau und wenn nötig, auch die Durchsetzung dieser Verbote auf juristischem Weg.

    Dieser Offene Brief wurde am 20.10.2008 durch die Teilnehmer des „Aktionsbündnis gegen Agenda 2010 und Sozialkahlschlag“ beschlossen.

    Aktionsbündnis gegen Agenda 2010 und Sozialkahlschlag
    i.A. Klaus Wallmann sen.

    Zwickau, 21.10.2008

Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.