FP: Bündnis zeigt Flagge gegen Rechts

Etwa 250 Demonstranten setzen Zeichen für Demokratie und Toleranz – Kundgebung und Fest auf Domhof

Rund 250 Demonstranten beim Bündnis für Demokratie und Toleranz zwischen Gewerkschaftshaus und Innenstadt, 25Nazis auf dem Bahnhofsplatz – die Zahlen sprechen für sich. Zwickau hat am Samstag Flagge gezeigt gegen Rechts.

Von Kerstin Martin und Mandy Fischer

Zwickau. „Lassen sie uns ein deutliches Signal für Demokratie und Toleranz setzen“, hatte Oberbürgermeisterin Pia Findeiß (SPD) gefordert und für die Teilnahme an der Veranstaltung „Unsere Stadt hat Nazis satt“ geworben. 300 Leute haben sich nach Aussagen des Veranstalters dem Demonstrationszug durch die Stadt zum Domhof angeschlossen, die Polizei spricht von 250. Am Ziel zeigten sich alle zufrieden. „Ich bin stolz auf euch, wir waren viel mehr als die von Rechts. Die waren nicht zu spüren. Das muss so bleiben“, sagte die Oberbürgermeisterin. Und Erwin Killat, Sprecher des Bündnisses für Demokratie und Toleranz, gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass sich beim nächsten Mal noch all jene einreihen, die am Samstag nur zuschauten. Einig waren sich die Bundestagsabgeordneten von SPD, Andreas Weigel, CDU, Michael Luther, und Linke, Jörn Wunderlich, in ihren Reden: Die NPD hat nichts in den Parlamenten zu suchen.

Die Polizei hatte sich zwischen Innenstadt und Bahnhof mit insgesamt drei Hundertschaften postiert. Neben rund 100 Beamten der Polizeidirektion Südwestsachsen waren 150 Mitglieder der Bereitschaftspolizei aus Chemnitz und Leipzig, teils mit Polizeihunden, im Einsatz. Haupt- und Nebenstraßen zwischen Bahnhof und Innenstadt blieben ab 12 Uhr für etwa drei Stunden gesperrt. Die Polizei attestierte gestern einen friedlichen Verlauf.

Nachdem die Stadt die angemeldete Demonstration der Nationalen Sozialisten verboten hatte, war diese Verfügung am Freitag vom Verwaltungsgericht Chemnitz aufgehoben worden. Die städtische Beschwerde dagegen beim Oberverwaltungsgericht Bautzen wurde bis Samstagnachmittag von den Richtern nicht entschieden, bestätigte Dezernent Sven Dietrich. Er begrüßte die viel stärker frequentierte Gegenkundgebung auf dem Domhof. Der Treffpunkt der Demonstranten am Gewerkschaftshaus und damit in der Nähe des Nazi-Treffs am Bahnhof, war aber aus seiner Sicht nicht glücklich gewählt.

Quelle:
Freie Presse/ Zwickauer Zeitung/ Montag, 22.09.08/ Seite 13