Zwickau wehrt sich gegen Nazis

Mit großer Sorge blickt Zwickau heute nach Chemnitz: Weil erwartet wird, dass das Verwaltungsgericht das Aufmarschverbot für rund 300 Neonazis am morgigen Sonnabend kippt, werden Ausschreitungen befürchtet.

Von Norbert Fleischer

Aus Protest gegen den drohenden Aufmarsch verhüllten die Gewerkschafter gestern ihr Haus in der Bahnhofstraße mit einem 30 mal zwölf Meter großen Transparent: „Kein Sex mit Nazis!“ Offenbar befinden sich auch Sitzblockaden gegen die Rechten in Planung. Auch Autonome aus ganz Sachsen werden erwartet. DGB-Chefin Sabine Zimmermann (46, Linke-Bundestagsabgeordnete): „Spontane Gegenaktionen können wir nicht ausschließen.“

Oberbürgermeister Dietmar Vettermann (52, CDU) ruft alle Zwickauer zur Teilnahme an einer Gegenveranstaltung in der gesamten Innenstadt auf: „Das Demokratiefest wird ab 10 Uhr auf dem Kornmarkt, dem Domhof, dem Georgenplatz und dem Neumarkt stattfinden.“ Organisatoren sind unter anderem alle Parteien im Stadtrat, die Gewerkschaften und die Theater Plauen-Zwickau. Tausende Teilnehmer des friedlichen Fests werden erwartet.

„Aus Sicherheitsgründen“ wollte Stadtsprecher Mathias Merz (37) die geplante Marschroute der „Nationalen Sozialisten“ gestern nicht bekannt geben – deren Mitorganisator und Versammlungsleiter ist nach Morgenpost-Informationen der Zwickauer NPD-Mann Peter Klose (54). Polizeisprecher Jan Meinel (35): „Ob Aufmarsch oder nicht – auf beide Fälle sind wir vorbereitet.“

Quelle: Chemnitzer Morgenpost vom 21.09.2007