redok: Landtags-Nachrücker in der Menzel-Spur

Zwickau. Peter Klose ist der letzte Mann der sächsischen NPD: Als letzter verfügbarer Nachrücker war er in den Landtag eingezogen, jetzt bereitet er der Partei Unbehagen nicht nur wegen persönlicher Ungereimtheiten, sondern auch wegen Hitler-Verehrung im Stile des ausgeschlossenen Klaus-Jürgen Menzel.

Im November 2006 war Matthias Paul sein Landtagsmandat wegen der Vorwürfe aufgegeben, kinderpornographisches Material zu besitzen. Als letzter verfügbarer Kandidat der NPD-Wahlliste zog Peter Klose in den Landtag ein. Bereits kurz zuvor war Klaus-Jürgen Menzel aus der Fraktion ausgeschlossen worden, im Januar 2007 hatte Menzel seine Parteimitgliedschaft für beendet erklärt.

Menzel war der NPD nicht zuletzt deshalb eine Last geworden, weil er unverhohlen seine Treue zu Adolf Hitler in der Öffentlichkeit kund tat. So hatte er beispielsweise am Rande des NPD-Bundesparteitags im November 2006 dem MDR ins Mikrofon gesagt: „Zum Führer stehe ich nach wie vor“.

Nach Austritten und Ausschlüssen aus der Partei ist die NPD im Sächsischen Landtag am Ende ihrer Personaldecke angelangt. Zum Paul-Rücktritt hatte redok schon geschrieben: „Um die jetzige Fraktionsstärke zu halten, darf der NPD für den Rest der Legislaturperiode jedoch kein einziger ‚Vorfall‘ mehr zustoßen“.

Doch um den Abgeordneten Klose (NPD-Kreisvorsitzender Zwickau) deuten sich ähnliche Querelen an wie bereits von Klaus-Jürgen Menzel bekannt. Zuerst kam der Gerichtsvollzieher in den Landtag, um Kloses Diäten zu pfänden, denn der „Grobkeramwerker“ (so Kloses Berufsangabe) hatte offenbar Rückstände bei der Zahlung von Hundesteuern. Sein Schäferhund mit dem Namen Adolf war zwar bereits verstorben, doch ebenso wie den politischen Nachlass des verblichenen „Führer Adolf“ wird man auch Steuerrückstände durch den Tod des Steuerobjekts nicht los.

Weiter in der Menzel-Spur bewegte sich Klose, als er ein „Bürgerbüro“ in seinem Wahlkreis einrichten wollte. Einweihung in der Zwickauer Stiftstraße 5 sollte ausgerechnet am Hitler-Geburtstag sein; der Termin wurde auf Intervention von Fraktionschef Holger Apfel verschoben. Nun will Klose sein Büro am 8. Mai eröffnen – dem Jahrestag der Kapitulation des Dritten Reiches.

Dennoch ließ Klose den 20. April nicht ohne Feier verstreichen. Zum „Führergeburtstag“ hängte er aus seinem Wohnzimmerfenster „eine Fahne des Deutschen Reiches“, wie die Chemnitzer Zeitung berichtete. Die Grünen-Abgeordnete Elke Herrmann fragte bereits in Anspielung auf Menzel: „Steht der Abgeordnete Klose zum Führer?“ Fraktionschef Apfel wird seinen „letzten Mann“ für den Rest der Legislaturperiode gut verstecken müssen, um „Vorfälle“ zu vermeiden.

Quelle:
redok.de vom 03.05.2007