FP: Kloses Extratouren kratzen an der Fassade der NPD

Zwickauer Nachrücker ist von seiner Partei schwer zu disziplinieren – Grünen-Abgeordnete fragt: „Steht Klose zum Führer?“

Dresden/Zwickau. Nach drei Austritten, zwei Ausschlüssen und einem Todesfall ist die personelle Kapazität der NPD-Landtagsfraktion erschöpft. Akute Sorgen bereitet Fraktionschef Holger Apfel sein letzter verfügbarer Nachrücker. Der Zwickauer Kreisvorsitzende Peter Klose passt sich nur ungern an.

Zuerst kam der Gerichtsvollzieher. Im Landtag pfändete er rund 1000 Euro von Kloses Diäten. Der Großteil resultierte aus Hundesteuern für den inzwischen verstorbenen Schäferhund Adolf. Kloses Schuldnerberater waren die Rückstände offenbar durchgerutscht. Noch peinlicher sind Apfel öffentliche Bekundungen des Parteikameraden. Zunächst stoppte er die Eröffnung eines Wahlkreisbüros in der Zwickauer Stiftstraße 5. Sie war für den 20. April, Hitlers Geburtstag, geplant und soll nun am 8. Mai, dem Tag der Kapitulation von Nazi-Deutschland, stattfinden. Die nach einer Skandalserie um Unauffälligkeit bemühte NPD war umso pikierter, als Klose am 20. April eine Fahne des Deutschen Reiches aus seinem Wohnzimmerfenster hängen ließ. „Steht der Abgeordnete Klose zum Führer?“, fragte daraufhin die Grünen-Abgeordnete Elke Herrmann.

Die Anspielung galt Hans-Jürgen Menzel. Der Ex-NPD-Abgeordnete ist ein bekennender Hitler-Fan. Wegen Falschaussage und unerlaubten Waffenbesitzes steht Menzel unter Anklage. „Die NPD ist dafür verantwortlich, dass Klose bis 2009 im Landtag sitzt“, sagt Herrmann.

Dulden muss den skurrilen Abgeordneten vor allem der um bürgerliches Image bemühte Apfel. Der meidet Kontakte zu Klose weitgehend. Obwohl geeignete Kandidaten fehlen, geht die NPD optimistisch in die Kommunalwahlen 2008. Zulauf verspricht sie sich über ihre Jugendorganisationen und freie Kameradschaften. (hk)

Quelle:
Freie Presse vom 26.04.2007