Peter Klose: Billard und Vulgärsprache

Mit Peter Klose wurde die NPD-Landtagsfraktion in der letzten Sitzungswoche des Jahres 2006 nun endlich auch um einen typischen alten Nazi der Wendezeit bereichert.

Arbeitslos, aber eigentlich Kranfahrer oder Ofensetzer, hier gehen die Angaben auseinander, er selbst gibt an, Keramwerker zu sein. Geboren 1953 im Vogtland, ansässig in Zwickau, 1994 von den Republikanern ausgeschlossen, deren stellvertretender Landesvorsitzender er seit 1993 war. Wechsel zur NPD. Seit 1995 ist er Kreisvorsitzender der NPD in Zwickau, 1998 und seit 2002 im Landesvorstand; stets stellt er sich auf einem der letzten Plätze der NPD-Landesliste zur Wahl. So auch 2004 zur Landtagswahl.

Mehrmals wurde er in den letzten Jahren wegen Volksverhetzung belangt (jedoch nicht verurteilt); da waren zunächst seine menschenverachtenden Hassausbrüche gegen Sinti und Roma 2001 auf der website des Kreisverbands und später die Verwendung von Kennzeichen verfassungsfeindlicher Organisationen. Wie die Chemnitzer Freie Presse berichtet, soll er darüber hinaus „[a]ls „Reichsmeldestellen-Leiter“ […] „Reichsführerscheine“ und „Reichsausweise“ ausgestellt haben.“

Peter Klose ist der letzte auf der Liste der NPD; jeden weiteren Ausfall können die Nazis nicht mehr ausgleichen. Und so wie die Liste zuende geht wird auch ein rasanter Abfall im Niveau der Kandidat_innen deutlich. Klose ist kein Biedermann, wie ihn die NPD im Landtag brauchen würde, kein vorzeigbarer Politiker, aber ein langjähriger Kreisvorsitzender, ein ostdeutscher Patriarch, ein passionierter Billardspieler und schnauzbärtiger Traditionalist.
Zur Illustration der Persönlichkeit Klose ein Blick auf die webstite seines Kreisverbandes: Dort schwadroniert er von „dreißigjährigen Mitgliedern der Antifa und ‚Verfolgten des Naziregimes‘; […] unserer Bundesempörungsbeauftragten Claudia Roth und dem bekanntesten Putztruppenführer der Nachkriegszeit und Bismarck-Imitator Joschka (Kennwort ‚Deutsche Helden sollte man erschlagen wie räudige Hunde.‘).“ Die wüste Aneinanderreihung von Beschimpfungen setzt sich fort; im gleichen Text bezeichnet er antifaschistische Demonstrant_innen als „nationalmasochistische[n] Abschaum“.
Einige Zeilen darunter entfährt ihm ein Stoßsäufzer: „Es ist ganz furchtbar, was mit den tadellosen Soldaten der Wehrmacht und Waffen-SS in Aussig geschieht. Einfach furchtbar!“ Seine Informationen hat er dabei nach eigenen Angaben aus der Bild bezogen.
Und nicht zuletzt kann er auch mit aktuellen Stammtischgesprächen aufwarten: „Dennoch bebten die deutschen Stammtische vor Gelächter und Schadenfreude, als sich die Nachricht von der verprügelten ‚Tunte‘ Beck verbreitete. Vielfach kam aber in Stammtisch-Kreisen auch tiefe Enttäuschung darüber zum Ausdruck, dass Claudia Roth nicht mit in Moskau war und so der Dresche entging.“
(Alle Zitate aus zwei Artikeln von Peter Klose, beide vom 30.5.06.)

Dem Parteivorsitzenden Udo Vogt ist Klose treu ergeben, mit MdL Winfried Petzold scheint er eng zusammenzuarbeiten, wenigstens hat er bereits am 14. und 15. Dezember, in der Woche seiner Vereidigung, 5 gemeinsame kleine Anfragen mit Petzold gestellt. Zu Fraktionschef Holger Apfel hingegen hat er kein gutes Verhältnis – und schon durch seinen ungezwungen-derben Stil und seine beispiellos vulgäre Ausdrucksweise wird er diesem jede Menge Ärger machen.

Quelle:
NiP Sachsen am 21.12.2006